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Petra Kixmöller-Süllwold

Entspannung und Beratung

von Frau zu Frau

 
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LZ2008

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„Ich weiß jetzt, wie die Hormone tanzen“

LZ-Interview mit Petra Kixmöller-Süllwold, zertifizierte „Wechseljahrsberaterin“ aus Westorf, die Frauen in der Lebensmitte begleiten möchte

VON STEFAN BACKE

Kalletal-Westorf.

Wechseljahre - allein beim Anblick dieses Wortes werden manche Frauen spontan Hitzewallungen bekommen. Dagegen will Petra Kixmöller-Süllwold etwas unternehmen. Die 43-jährige Westorferin ist seit Kurzem zertifizierte „Wechseljahrsberaterin". Als solche kämpft sie für den guten Ruf der weiblichen Lebensmitte.

Verstimmungen, Hitzewallungen, Antriebslosigkeit: Die Symptome der Wechseljahre klingen nicht gerade positiv.
Kixmöller-Süllwold:  In den Medien werden die Wechseljahre in der Tat oft als Horrorszenario und Untergang dargestellt - den Frauen wird richtig Angst gemacht. Sicher ist die Phase zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr eine Zeit des Wandels. Aber es ist auch eine Chance für einen Neuanfang. Und nur ein Drittel der Frauen hat dabei extreme Probleme. Ein weiteres Drittel beklagt leichte körperliche und psychische Beeinträchtigungen, der Rest hat keine Beschwerden.

Sie haben also keine Angst vor  den Wechseljahren?
Kixmöller-Süllwold: Nein, nicht mehr. Ich weiß jetzt, wie die Hormone tanzen werden. Und vieles ist auch von der Einstellung abhängig. Am Anfang bin ich jedoch auch mit Schrecken an die Geschichte rangegangen. Ich wollte mich damals frühzeitig informieren und bin durch eine Bekannte auf die zweijährige Ausbildung an der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung, Familienbildung und Frauengesundheit (GfG) in Berlin aufmerksam geworden. Erst wollte ich das primär für mich machen. Mit der Zeit habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, die Informationen weiterzugeben.

Wird in Ihrem Bekanntenkreis offen über das Thema Wechseljahre gesprochen oder ist es noch ein Tabu?
Kixmöller-Süllwold: Es ist auf jeden Fall nicht mehr so tabu wie noch vor zehn Jahren. Früher hatte man die Wechseljahre sprach nicht drüber und nahm die Beschwerden so hin. Oftmals ließen sich die Frauen noch ein paar Hormone beim Arzt verschreiben.

Wie stellt sich die Situation  heute dar?
Kixmöller-Süllwold: Die Zeiten haben sich geändert. Frauen sind stärker bereit, sich zu öffnen und auch über intimere Dinge zu sprechen. Es wird nicht alles, was ein Arzt sagt oder verschreibt, sofort hingenommen. Wobei ich klarstellen möchte, dass eine Wechseljahrsbegleiterin im Zweifel nicht den Arzt oder Therapeuten ersetzt, und ich nicht grundsätzlich gegen verschriebene Hormone bin.

Worin sehen Sie Ihre Aufgabe als Wechseljahrsberaterin?
Kixmöller-Süllwold: Ich will informieren und helfen - ob durch Vorträge, Workshops, Gruppenarbeit oder Einzelberatungen. Die Wechseljahre werden   oft   fälschlicherweise   als Krankheit dargestellt. Dabei ist es vielmehr eine zweite Pubertät, die durchlebt werden darf und soll. Es gibt sicher auch Frauen, bei denen mehrere Probleme zusammenfallen und die auch professionelle Hilfe durch einen Arzt in Anspruch nehmen müssen. Aber durch gesunde Ernährung, körperliche Aktivitäten an der frischen Luft und Entspannungsverfahren können viele Beschwerden präventiv gemildert werden. Ganz wichtig ist auch der Erfahrungsaustausch über Themen wie Inkontinenz, Sexualität im Alter oder Osteoporose.

Glauben Sie, dass so intime Gespräche unter Nachbarn auf dem Dorf möglich sind?
Kixmöller-Süllwold: Das frage ich mich auch noch. Es wäre allerdings wünschenswert und sehr wichtig. Auf den ersten Blick scheint das in den Großstädten aber leichter machbar zu sein als auf dem Dorf. Doch auch Frau Meier und Frau Schulze von nebenan können die Wechseljahre nicht auf ihrer Lebensleiter streichen.

Was wäre die Alternative?
Kixmöller-Süllwold: Ich könnte mir auch eine Kooperation mit meinen GfG-Kolleginnen Andrea Redecker aus Oerlinghausen und Edda Wesely aus Lieme oder anderen interessierten Frauen aus dem Gesundheitsbereich durchaus vorstellen.

Quelle: Lippische Landeszeitung vom 12/13 April 2008